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PATHOSCORE / KLASSIFIKATIONSREFERENZ
Knochen / Gelenke · Histopathologische Referenz

Krenn / Morawietz – Periprothetische Membran

Konsensusklassifikation der periprothetischen Grenzmembran bei Endoprothesenrevisionen. Die vier Typen werden morphologisch zugeordnet; ein numerischer Score ist nicht vorgesehen.

TYP I

Abriebinduzierter Typ

Dominierende Fremdkörperreaktion durch Abriebpartikel. Makrophagen und mehrkernige Riesenzellen nehmen typischerweise mindestens etwa 20 % der Membranfläche ein.

  • Nachweis von z. B. Polyethylen-, Metall- oder Zementpartikeln
  • Häufig reichlich Makrophagen und Fremdkörperriesenzellen
  • Polarisationsmikroskopie zur Materialbeurteilung hilfreich
TYP II

Infektiöser Typ

Infektionstypisches Granulationsgewebe mit neutrophilen Granulozyten, Gefäßproliferation, Ödem und aktivierten Fibroblasten.

  • Plasmazellen und Lymphozyten können zusätzlich vorhanden sein
  • Wenig oder kein relevantes Abriebmaterial
  • Infektionsdiagnose nur zusammen mit Klinik und Mikrobiologie
TYP III

Mischtyp

Gleichzeitiges Vorkommen wesentlicher Merkmale des abriebinduzierten Typs I und des infektiösen Typs II.

  • Makrophagen-/Riesenzellreaktion um Abriebpartikel
  • Zusätzlich relevante neutrophile Entzündungsreaktion
  • Beide Komponenten gezielt im Befund beschreiben
TYP IV

Indifferenztyp

Überwiegend zellarmes, kollagenreiches bzw. narbiges Bindegewebe ohne hinreichende Kriterien für Typ I oder Typ II.

  • Fibrinauflagerungen und synovialähnliche Oberflächen möglich
  • Allenfalls vereinzelte oberflächennahe Granulozyten
  • Keine typische abriebinduzierte oder infektionstypische Morphologie

Wichtige Hinweise zur Befundung

Hinweis: Diese Referenz dient der histopathologischen Orientierung. Für die klinische Diagnose einer periprothetischen Gelenkinfektion gelten zusätzliche interdisziplinäre Kriterien.

Literatur

Morawietz et al. (2006), J Clin Pathol – Originalklassifikation Typ I–IV ↗

Krenn et al. (2014), Pathol Res Pract – erweiterte Konsensusklassifikation ↗